Leitfaden zu den Kosten von Pflegeheimen in der Schweiz

Die Kosten für Pflegeheime in der Schweiz gehören zu den höchsten weltweit und stellen für viele Familien eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Mit monatlichen Ausgaben zwischen 7'000 und 12'000 Franken variieren die Preise je nach Kanton, Pflegestufe und Ausstattung erheblich. Eine frühzeitige Planung und das Verständnis der verschiedenen Kostenkomponenten sind entscheidend, um die richtige Wahl zu treffen und finanzielle Überraschungen zu vermeiden.

Leitfaden zu den Kosten von Pflegeheimen in der Schweiz

Durchschnittliche Pflegeheimkosten in der Schweiz (2026)

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz in der Schweiz setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Hotelleriekosten, Betreuungskosten und Pflegekosten. Im Durchschnitt liegen die monatlichen Gesamtkosten zwischen 7’000 und 12’000 Franken, wobei erhebliche regionale Unterschiede bestehen. Kantone wie Zürich, Genf und Basel-Stadt weisen tendenziell höhere Tarife auf als ländlichere Regionen.

Die Hotelleriekosten umfassen Unterkunft, Verpflegung und Infrastruktur und betragen durchschnittlich 2’500 bis 4’000 Franken pro Monat. Diese Kosten trägt der Bewohner vollständig selbst. Die Betreuungskosten für soziale Aktivitäten und Alltagsunterstützung liegen bei etwa 1’000 bis 1’500 Franken monatlich.

Pflegeheimkosten Schweiz nach Kantonen

Die kantonalen Unterschiede bei Pflegeheimkosten sind beträchtlich. In Zürich und Genf können die Gesamtkosten 10’000 bis 12’000 Franken pro Monat erreichen, während sie in Kantonen wie Jura oder Wallis bei 7’000 bis 8’500 Franken liegen. Diese Differenzen entstehen durch unterschiedliche Lohnkosten, Immobilienpreise und kantonale Subventionsmodelle.

Die Pflegekosten selbst sind schweizweit durch die Krankenversicherung gedeckelt. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt maximal 108 Franken pro Tag, während die Restkosten zwischen Kanton, Gemeinde und Bewohner aufgeteilt werden. Der Eigenanteil des Bewohners ist auf maximal 23.40 Franken pro Tag begrenzt.

Finanzierungsmodelle und Kostenaufteilung

Die Finanzierung von Pflegeheimkosten erfolgt nach einem komplexen System. Die Krankenversicherung deckt einen Teil der Pflegekosten ab, während Kantone und Gemeinden weitere Anteile übernehmen. Für Personen mit bescheidenen finanziellen Mitteln stehen Ergänzungsleistungen zur Verfügung, die einen erheblichen Teil der Kosten abdecken können.

Private Zusatzversicherungen können die Hotelleriekosten teilweise reduzieren, jedoch variieren die Leistungen stark zwischen den Anbietern. Eine Pflegezusatzversicherung sollte idealerweise vor dem 65. Lebensjahr abgeschlossen werden, da später oft Gesundheitsprüfungen erforderlich sind.


Anbieter Durchschnittliche Monatskosten Besondere Merkmale
Tertianum CHF 8’500 - 11’000 Premium-Ausstattung, zentrale Lagen
Senevita CHF 7’500 - 9’500 Moderne Einrichtungen, spezialisierte Demenzpflege
Spitex Zürich Pflegezentren CHF 7’000 - 9’000 Öffentlich-rechtlich, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Domicil Seniorenzentren CHF 8’000 - 10’500 Gehobene Ausstattung, kulturelle Angebote
Regionale Pflegeheime CHF 6’500 - 8’500 Kleinere Einrichtungen, familiäre Atmosphäre

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Unabhängige Recherchen werden vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.


Zusätzliche Kostenfaktoren

Neben den Grundkosten fallen oft zusätzliche Ausgaben an. Dazu gehören Medikamente, Physiotherapie, Coiffeur-Dienstleistungen oder spezielle Diäten. Diese Nebenkosten können monatlich 200 bis 800 Franken betragen. Auch die Ausstattung des Zimmers mit eigenen Möbeln oder technischen Geräten kann zusätzliche Kosten verursachen.

Einige Pflegeheime verlangen Eintrittsbeiträge oder Kautionen, die zwischen 5’000 und 20’000 Franken liegen können. Diese werden meist bei Austritt zurückerstattet, dienen aber als Sicherheit für das Heim.

Spartipps und Finanzierungshilfen

Frühzeitige Planung ist der beste Weg, um Pflegeheimkosten zu bewältigen. Eine Säule 3a kann gezielt für Pflegekosten angespart werden, wobei die Steuervorteile genutzt werden sollten. Auch eine rechtzeitige Anmeldung für Ergänzungsleistungen kann finanzielle Engpässe vermeiden.

Bei der Heimwahl sollten nicht nur die Kosten, sondern auch die Qualität der Pflege und die Atmosphäre berücksichtigt werden. Kostenlose Beratungsstellen wie Pro Senectute oder die kantonalen Sozialämter bieten wertvolle Unterstützung bei der Finanzierungsplanung und Heimsuche.

Die Pflegeheimkosten in der Schweiz erfordern eine durchdachte finanzielle Vorbereitung. Mit den richtigen Informationen und einer frühzeitigen Planung lassen sich jedoch passende Lösungen finden, die sowohl den pflegerischen Bedürfnissen als auch den finanziellen Möglichkeiten entsprechen.